1725 entschloss sich der Rat zum Bau einer neuen Kirche. Nach mehrfach veränderten Projekten Albrecht Stürlers wurde diese vom Stadtwerkmeister Niklaus Schiltknecht (1687–1735) in den Jahren 1726 bis 1729 erbaut und im November eingeweiht.
Sie ist allseits freistehend und gilt als eine der prachtvollsten reformierten Barockkirchen der Schweiz. Es ist unklar, ob Schiltknecht der alleinige Architekt der Kirche war, denn es ist nur seine Stellung als Werkmeister schriftlich erhalten. Gebaut wurde die Stürlersche Idee der Hallenkirche mit der Fassadengestaltung gegen die Gasse, hingegen ist auch bezeugt, dass der Einbau der Emporen, die Gestaltung der Nordfassade und die Umänderung des Daches von einem gekröpften First zu einem einfachen Satteldach allein auf Schiltknecht zurückgehen. Der endgültige Bau entspricht keinem der eingereichten Projektpläne, jedoch finden sich einige Details aus den verschiedenen Projektplänen in den Bauplänen wieder. Es war zu dieser Zeit üblich, die Planung nicht nur einer Person zu übertragen, sondern einer Bauherrschaft.

 Außenraum

Entsprechend zum Rechteckplan hat die Aussenansicht die Geschlossenheit und Strenge vorbarocker Kirchen Roms oder der hugenottischenKirchen („Temples“) aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der elegante Kirchturm durchstösst hinter der selbständigen Front das Satteldach. Auf dem kurzen, sichtbaren Teil des Schaftes mit vier Zifferblättern sitzen eine Welsche Haube und ein Glockentürmchen, gedeckt mit schlankem Spitzhelm. Schlanke Rundbogen-Hochfenster sind wirkungsvoll angeordnet. Das reich profilierte Kranzgesims ist bekrönt mit vasenbesetzter Balustrade und zierlichen Obelisken an den Eckpunkten.
Vor der zweigeschossigen Pilasterordnung an der Hauptfassade steht eine starke Portal-Ädikula aus zwei Säulenpaaren. Darüber thront ein kräftiger Segmentgiebel und ein Obergeschoss mit flankierenden Voluten, Tympanon und Heiliggeisttaube.

Innenraum

Es wurde ein reiner Predigtsaal ohne Chorpartie angestrebt. Das nordsüdlich ausgerichtete rechteckige Innere ist charakterisiert durch 14 monolithische, in einem Oktogon angeordneten, korinthischen Säulen aus Sandstein und eine hochaufgerichtete freistehende Steinkanzel aus der Zeit des Berner Barock im Nordteil des Mittelschiffes. Das von freistehenden Säulenpaaren gerahmte und von Nebenportalen flankierte Mittelportal führt in die Turmhalle. Mächtige Säulen scheiden im Inneren den mit Emporen versehenen Umgang vom Raumkern. Die Stucktonne und der oktogonale Säulenschluss der Schmalseiten formen einen zentrumsbetonten Raum. Die Régence-Stuckatur der gesamten Deckenzone über dem Schiff und den Emporen, von Joseph Anton Feuchtmayer ausgeführt, ist das Hauptwerk dieser Art in Bern.

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